Rückkehrer, übersiedler, pendler
oder hierbleiber …

storys

jeder einzelne verwirklicht seinen Traum vom Leben und Arbeiten in Sachsen.

Das zünftige Reisen von Handwerkern, auch als Walz bezeichnet, hat eine uralte Tradition, die mit einigen zeitgemäßen Anpassungen bis zum heutigen Tage überlebt hat. Ein über einen längeren Zeitraum andauerndes Verbleiben in anderen Lebenskreisen ist bis heute eine der besten Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die es gibt. Der Mensch, der diesen Prozess erlebt, erweitert nicht ausschließlich seinen fachlichen Horizont. Durch persönliche Freundschaften entstehen Netzwerke, die länderübergreifend auch in späteren unternehmerischen Tätigkeiten Bausteine für künftige Erfolge darstellen. Einmal zurückgekehrt, passt der Rückkehrer meist nicht passgenau in das zurückgelassenen soziale Gefüge. Dies ist ein weltweites Phänomen. Der Stammtisch des Rückkehrernetzwerkes bietet eine Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen und sich zu vernetzen.

andreas müller

Rückkehrer

Andreas Müller

Von Stützengrün nach New York: Der studierte Theologe schafft den Spagat zwischen Provinz und Hotspot. Sein 75-Mann-Unternehmen MÜHLE beliefert erlesene Geschäfte mit exklusiven Rasierpinseln und Zubehör.

Jürgen Huss

hierbleiber

jürgen huss

Der bekennende Neudorfer lebt wie kein anderer den Genuss vom Leben auf dem Lande. Sein 120-Mann-Betrieb ist eine feste Größe im sächsischen Maschinenbau, sein Dreiseitenhof ZUM WEIHRICH-KARZL ein beliebtes Ausflugsziel. Seine Karzl-Filme schrieben erzgebirgische Youtube-Geschichte – mit bis zu 459.000 Klicks sind sie mittlerweile legendär …

rückkehrerin

Kersten Berndt

Die Fachärztin für Unfallchirurgie wurde in Karl-Marx-Stadt geboren, lebte und arbeitete zehn Jahre in Zürich und hat 2017 ihren Traum vom eigenen Haus in Chemnitz verwirklicht. Sie pendelt zwischen ihrer Heimatstadt und Gera.

kersten Berndt

rückkehrer

Reinhard Klöppel

Nach seinem Abitur und einem folgenschweren Unfall während des Grundwehrdienstes erlernte er zunächst den Beruf eines Zahntechnikers. Danach studierte er BWL in Potsdam, Zwickau und Hamburg. Über die Lebens- und Arbeitsstationen im wirtschaftsberatenden Beruf in mehreren deutschen und österreichischen Bundesländern und erfolgreicher Promotion über „Erfolgsfaktoren in Kleinstunternehmen“ führte es ihn zurück ins heimatliche Erzgebirge. Neben seiner Tätigkeit im wirtschaftsberatenden Beruf unterrichtet er als Hochschullehrer in verschiedenen Facetten der BWL und widmet sich als Sportdirektor von ALPHALAUF DEUTSCHLAND der privaten wie auch betrieblichen Gesundheitsförderung.

Reinhard Klöppel
Andrea Steinert

rückkehrerin

Andrea Steinert

Sie wuchs in Niederwiesa auf, studierte, lebte und arbeitete zehn Jahre in Wien, drei Jahre in Frankfurt/Main und fünf Jahre in Kairo, bevor sie gemeinsam mit Ehemann Gerd Steinert das NETZWERKZENTRUM AUGUST STARK in Marienberg gründete.

steffen leistner

rückkehrer

Dr. Steffen Leistner

In Zwickau geboren, studierte er in Moskau und dissertierte in Freiberg an der Bergakademie. Nach der Wende absolvierte er als erster Ostdeutscher Absolvent überhaupt ein MBA-Studium an der HARVARD BUSINESS SCHOOL in Boston. Später war er tätig für das globale Strategieberatungsunternehmen Booz Allen Hamilton in München, für das er zuerst federführend die Berliner Niederlassung und später eine Zweigstelle in Russland aufbaute. Bestens ausgebildet und mit jahrelanger Berufserfahrung ausgestattet wurde der Wunsch, zurück in die Heimat zu gehen, immer stärker. Seit 2016 verwirklicht er sich gemeinsam mit Bruder Jens Leistner als Geschäftsführer der ZWICKAUER ZSCHIESCHE GmbH.

Rückkehrerin

Lisa Wohlgemuth

Nach zwei Ausbildungen zog es die gebürtige Annabergerin in die weite Welt. Bei DSDS konnte sie 2013 ihr musikalisches Talent unter Beweis stellen und sang sie sich bis ins Finale. Mit der Geburt ihrer Tochter 2015 beschloss das Multitalent in ihre Heimat zurückzukehren.

rückkehrerin lisa wohlgemuth

Unterzeichner

Unterzeichner

Prof. Ludwig Güttler MUSIKER

Dr. Steffen Leistner ZSCHIESCHE GmbH

Dipl.-Ing. Daniel Hüttner GUNTER HÜTTNER + Co. GmbH

Jürgen Huss HUSS MASCHINENBAU GmbH

Gunnar Bertram VORSTANDSVORSITZENDER VOLKSBANK CHEMNITZ

Tilman Weigel QTIXX / GEWERBEPARK A4 CHEMNITZ

Reinhard Klöppel Unternehmer

Andreas Sobe BIC ZWICKAU

Hans J. Groschupp KUNSTFÜRDIEWELT eG.

Constanze Eppinger FACHÄRZTIN FÜR SPORTMEDIZIN

Sigrun Renner FACHZAHNÄRZTIN FÜR KIEFERORTHOPÄDIE

Dr. Kersten Berndt FACHÄRZTIN FÜR ORTHOPÄDIE UND UNFALLCHIRURGIE

Robert Köder KÖDER REINIGUNGSMITTEL

Ronny Thierfelder STIL & FORM LENGEFELD

Mike Haase TISCHLEREI HAASE/HEROLD

Mag. Andrea Steinert NETZWERKZENTRUM AUGUST STARK

Ich möchte die Petition auch unterschreiben!


Constanze Eppinger

lebte und arbeitete einige Jahre in der Schweiz und übernahm die Arztpraxis ihrer Mutter in Chemnitz

Constanze Eppinger

Ärztin

„Im ersten Skirennen der Saison gelang Lindsey Vonn ihr erster Riesenslalom-Triumph. Maria Höfl-Riesch wurde nur Vierundzwanzigste! Viktoria Rebensburg holte Platz zwei. Schlagen die DSV-Ladies in Aspen zurück oder schafft Federica Brignone zwei Durchgänge ins Ziel und holt sich die Italienerin den Sieg?“ Jedes Winterhalbjahr unterhält Ski-Alpin ein Millionenpublikum. Riesenslalom, Slalom, Abfahrtsrennen, Super-G. Verletzt sich ein Star, hält die Welt den Atem an. Und ein eher unscheinbarer Skifahrer mit Rucksack ist so schnell wie möglich beim Betroffenen. Die in Chemnitz geborene Constanze Eppinger war sieben Jahre im Ärzteteam, auf das die Schweizer Skialpin Nationalmannschaft vertraute. Nach ihrem Abitur 1997 schloss sie 2003 ihr Studium der Humanmedizin in Leipzig ab. Sie ist gerade 25 Jahre alt, als sie in der Schweizer Thermalheilstätte Leukerbad (Kanton Wallis) ihre Facharztausbildung beginnt. Mit dem Chefarzt des Rehazentrums Leukerbad, Dr. med. Hans Spring, und gleichermaßen Leiter des Swiss Olympic Medical Centers, findet sie viele Gemeinsamkeiten, die beide bis heute verbinden: Die Liebe zu den Schweizer Bergen, dem Sport und der Medizin. Im Rehaklinikum sammelt sie wertvolle Erfahrungen als Assistenzärztin in Orthopädie, Rheumatologie und Notfallmedizin. Das prädistiniert sie 2005 dazu, spontan als betreuende Ärztin im alpinen Skisport tätig zu werden: “Dort, wo die Welt endet, in den verschneiten Bergen der Schweizer Alpen, liegen verborgene Chancen. Ich hatte das Glück, solche Chancen nutzen zu können. Als ein Sportarzt ausfiel, fragte mich mein damaliger Chef und Mentor Dr. med. Hans Spring spontan, ob ich beim Alpinen Europacup in Sella Nevea, Italien, als Teamärztin die Betreuung des Schweizer Skialpin-Herrenteams übernehmen möchte. Die ‚Feuertaufe‘ verlief problemlos und Trainer und Athleten waren zufrieden: „Die war cool, die kann mal wieder mitfahren“ war die Rückmeldung zu meinem Chef, der ärztlicher Leiter beim Schweizer Skiverband (SwissSki) war. Dass ich sie auch mit Akupunktur behandelte, überraschte manche Athleten. Der Therapieerfolg beim Einsatz der Akupunkturnadeln zur Behandlung von Schlafproblemen und Ängsten vor dem Rennen überzeugte aber“, erinnert sich Constanze Eppinger. „Auf Skiern, ohne Stöcke und mit dem Notfallrucksack auf den Schultern habe ich ab diesem Zeitpunkt die Herren des Schweizer Skialpin-Teams bei zahlreichen Europa- und WeltcupRennen begleitet.“ Damit begann ihre Karriere als Sportärztin des Schweizer Skiteams. Die schnelle Integration in das Team und die Internationalität gefielen der schwarzgelockten Sympathieträgerin. Englisch, Französisch und Italienisch in der „internationalen Skiwelt“ anwenden zu können, erfreute sie sehr. „Beim alljährlichen Slalomsaisonauftakt in Levi, Finnland, treffen sich die Herren und Damen beim Weltcup. Dadurch lernten mich die Schweizer Skidamen kennen und äußerten den Wunsch, auch ab und an von einer Ärztin betreut zu werden. Daraufhin wurde ich vom medizinischen Chef der Damen-Ski-Mannschaft angesprochen und wechselte zu den Frauen.“ Für Constanze Eppinger ist die Tätigkeit als Sportmedizinerin die perfekte Verbindung von Beruf und Freizeit. Sie liebt das Skifahren, unternimmt auch mit Dr. med. Hans Spring große Skitouren und baut zu ihm und seiner Familie ein freundschaftliches Verhältnis auf. Bis heute ist er für sie ein Vorbild. Ein vielseitig interessierter Mann mit Power, der keinen Ruhestand kennt. In diesem Jahr unterstützte der 68-Jährige, noch selbst aktiver Kite-Surfer, eine seiner Töchter beim Aufbau einer Kite-Surf-Schule und Yoga Camp in Brasilien (TAIBA Surf). Das begeistert die heute 38-Jährige: „Sportlich aktiv und engagiert bis ins Rentenalter.“ Die Betreuung des Alpinen Skiteams lief immer parallel zur Facharztausbildung von Constanze Eppinger, die sie nach Beendigung der Tätigkeit in Leukerbad im Kanton Zug fortsetzte. Um beide beruflichen Wege zu vereinen, nimmt sie unbezahlten Urlaub und betreut Weltcuprennen und Großereignisse ebenso wie Trainingslager in der ganzen Welt: Levi in Finnland, Aspen in den USA, Lake Louise in Kanada, Courchevel und Vald’Isère in Frankreich, Åre in Schweden, Haus im Ennstal in Österreich, St. Moritz in der Schweiz oder Cortina d’Ampezzo in Italien. Auch ihr Mann ist Mediziner. Er stammt aus Nürnberg. Das Paar lebte einige Jahre zusammen in der Schweiz. „Erst 2010 fiel die Entscheidung nach Sachsen zurückzuziehen“, erklärt Constanze Eppinger. „Gemeinsam kehrten wir in meine alte Heimat zurück.“ Auch von Sachsen aus begleitete die junge Medizinerin weiter das Schweizer Ski-Alpin-Team. Ein Highlight war ein fünfwöchiger Aufenthalt mit der Mannschaft im August 2012 in Neuseeland, wo im Land der weißen Wolke ein Trainingslager stattfand. Mit der Rückkehr nach Sachsen verzichtete sie auf das bessere Einkommen in der Schweiz und leistete ihren persönlichen Beitrag im Kampf gegen sächsischen Ärztemangel. Mit der Geburt ihres Sohnes im Juli 2013 legte sie ihren Posten als Teamärztin des Schweizer SkiTeams nieder. Im Dezember 2011 ließ sie sich nach Abschluss der Facharztprüfung als Allgemeinmedizinerin in der eigenen Praxis nieder und gründete mit ihrer Mutter eine Praxisgemeinschaft in Chemnitz.Auch der Erfolg als Sportärztin begleitet sie in ihre Geburtsstadt: “Durch einen Artikel der FREIEN PRESSE im Dezember 2010 wurde der OLYMPIASTÜTZPUNKT CHEMNITZ/DRESDEN auf mich aufmerksam. Schnell entwickelte sich der beidseitige Wunsch, zu kooperieren.“ Die junge Frau beginnt als Sportärztin neben dem Orthopäden Dr. med. Knud Leonhardt am Standort Chemnitz ihre Sportarzttätigkeit neben einer vollen Hausarztpraxis. Das Vertrauen der sächsischen Sportler gibt ihr frischen Wind und eine ähnliche zweite Herausforderung, wie die in der Schweiz. Diese Aufgabe machte ihr auch den Anfang in Sachsen leichter. „Ohne die Sportarzttätigkeit würde mir etwas fehlen, bei all der Liebe zur Allgemeinmedizin. Im OLYMPIASTÜTZPUNKT, ansässig im Gelände des SPORTFORUMS CHEMNITZ, biete ich regelmäßig Sprechstunden für Nachwuchssportler und Topathleten (unter anderem Radsportler, Leichtathleten, Turner, Schwimmer, Eiskunst- und Eisschnellläufer) an und führe Sporttauglichkeitsuntersuchungen sowie Einschulungsuntersuchungen für angehende Sportschüler durch. Die vom DEUTSCHEN OLYMPISCHEN SPORTBUND (DOSB) ausgezeichnete Eliteschule liegt in unmittelbarer Nähe vom OLYMPIASTÜTZPUNKT CHEMNITZ/DRESDEN und umfasst sowohl Sportgymnasium wie auch Sportoberschule.“ Damit sitzt sie genau am Puls der Zeit, der immer mehr sächsische Weltmeister und Olympiamedaillengewinner hervorbringt. Auch in ihrer Praxis in der Carl-von-Ossietzky-Str. 200 A finden die Leistungssportler immer einen Ansprechpartner. Aber auch Freizeitsportler können sich zu allgemeinen sportmedizinischen Themen beraten lassen und sollten sich, so Constanze Eppingers Empfehlung, regelmäßig von einem Sportmediziner untersuchen lassen. Die sportbegeisterte Medizinerin engagiert sich auch im SÄCHSISCHEN SPORTÄRZTEBUND (SSÄB), in dessen Vorstand sie kürzlich gewählt wurde. „Einige unserer heutigen Patienten sagen manchmal, dass ich es ja leicht hätte, weil ich mich in das ‚gemachte Nest‘ setzen konnte, doch meine Tätigkeit in der Schweiz gibt mir die Sicherheit, dass ich es auch ohne fremde Hilfe überall in der Welt schaffen kann. Dr. med. Hans Spring hat mir in Leukerbad viele Türen geöffnet und mein Interesse für die Sportmedizin geweckt.“

Frage: „Was ist Ihre Botschaft an andere Rückkehrer?“

Constanze Eppinger: „Ein einfacher Satz: ‚Glaube an dich selbst und
ergreife den Augenblick.‘“
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